5 Jahre Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS)

Pressemitteilung: 5 Jahre TGS

Vor fünf Jahren wurde eine neue Schulform in Thüringen eingeführt: die Gemeinschaftsschule. Schon damals waren 86 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer davon überzeugt, dass längeres gemeinsames Lernen sinnvoll ist. Bisher haben sich viele Thüringer Gemeinschaftsschulen auf Initiative der Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen gebildet und aufgebaut. Laut dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) sind derzeit 54 Gemeinschaftsschulen, darunter 18 in freier Trägerschaft, in Thüringen existent. Das Konzept des längeren gemeinsamen Lernens zeichnet diese Schulart aus, denn bis zur 8. Klasse wird gemeinsam gelernt, wonach anschließend die Entscheidung bevor steht, welchen Schulabschluss man absolvieren möchte. Hier kommen sowohl der Haupt- und Realschulabschluss, als auch das Abitur in Frage, wobei für den Weg zum Abitur die Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Klasse auf die besondere Leistungsfeststellung (kurz: BLF) vorbereitet werden. Wird diese bestanden, so ist der reibungslose Übergang in die gymnasiale Oberstufe gelungen. Somit sparen sich die Schüler/innen ein Schuljahr, weil im Normalfall das 10. Schuljahr an einem Gymnasium wiederholt werden müsste. Auch die Zusammenarbeit mit den Grundschulen und Gymnasien erweist sich als ein Vorteil, weil so das Schubladendenken gegenüber der verschiedenen Bildungseinrichtungen gemindert wird.
Leider lässt sich derzeit erkennen, dass das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport nicht an einer merklichen Erhöhung der Anzahl von Gemeinschaftsschulen in Thüringen arbeitet. Eine Weiterentwicklung lässt sich vor allem bei den Pädagogen nicht verzeichnen. Nach fünf Jahren mit einem positiven Fazit müsse nun eine konkrete Lehrerausbildung her, das heißt, dass ein eigener Studiengang für Lehramtsanwärter für die Gemeinschaftsschulen geschaffen werden muss: „Es kann nicht sein, dass zwei Lehrer, der eine mit einer Realschullehrerausbildung und der andere mit einer Gymnasiallehrerausbildung zwei Besoldungsgruppen voneinander entfernt sind, obwohl sie die gleiche Arbeit an der Schule leisten“, so Maximilian Reichel-Schindler, der Landesvorstandsvorsitzende der Landesschülervertretung Thüringen. Wenn dieses Problem gelöst werden könnte, dann wäre die Thüringer Gemeinschaftsschule dazu in der Lage den „Sturm“ auf Gymnasien einzudämmen und effektiv in der Bildungspolitik zugreifen.

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